Käfer (Coleoptera)
Diese Ordnung ist die artenreichste im Insektenreich - und genauso vielfältig.
Dies betrifft nicht nur die reine Größe, die vom mit blosem Auge kaum sichtbaren Winzling bis zum Goliathkäfer reicht, sondern auch Formen und Farben.
Da gibt es die Laufkäfer mit kräftigen Laufbeinen, Wasserkäfer, deren Beine z.T. zu Schwimmbeinen umgewandelt sind und die anscheinend mit dem Hinterleib Luft an der Oberfläche holen oder auch die so genannten Kurzflügelkäfer, bei denen ausnahmsweise die Flügeldecken nur einen Teil des Hinterleibes bedecken, nicht wie bei ihren sonstigen Verwandten, bei denen der Hinterleib durch die Flügeldecken kaum sichtbar ist.
Und auch die weiteren Verwandten geizen nicht mit unterschiedlichen Merkmalen -
Weichkäfer, Aaskäfer, Prachtkäfer, Rüsselkäfer, Blatt- und Bockkäfer u.v.m.
Entsprechend läßt sich auch aus menschlicher Sicht stark zwischen Nützlingen, Schädlingen, hübschen und weniger hübschen Arten unterscheiden :-)
Relativ einheitlich sind dagegen die grundsätzlichen Merkmale, die einen Käfer ausmachen:
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Zwei typische Käferlarven:


Links ein Engerling, der in der Erde lebt (in diesem Fall der eines Rosenkäfers). Die Beine sind hier nur noch rudimentär im Vergleich zum wuchtigen Körper vorhanden.
Rechts die räuberische Larve eines Laufkäfers mit kräftigen Beinen.
Familie: Sandlaufkäfer (Cicindelidae)
Feld-Sandlaufkäfer (Cicindela-campestris)

Sehr flinke Laufkäfer, die vor allem auf offenen Standorten (Feld- und Waldwegen) zu finden sind. Dass es sich bei diesen Laufkäfern um Räuber handelt, kann man unschwer an den kräftigen Mandibeln erkennen.
Wenn sie gestört werden fliegen sie zumeist nur kurz auf und lassen sich in geringer Entfernung wieder nieder.
Auftreten der Käfer zwischen April und September, die Larven leben in Bodengängen.
Bisheriger Fundort:
Schiffenberg, Gießen (Hessen)
Stadtwald Lampertheim (Hessen)
Familie: Laufkäfer (Carabidae)
Lederlaufkäfer (Carabus coriaceus)
Unser größter Laufkäfer, leider sehr selten geworden. Matschwarz mit unregelmäßig strukturierten Flügeldecken.
Lebt meistens in Eichen- und Buchenwäldern. Dort verbirgt sich der Räuber unter Steinen und Totholz.
Bisheriger Fundort:
Schiffenberg, Gießen (Hessen)
Violetter Laufkäfer (Carabus violaceus)

Ein auffallender Laufkäfer: Halsschild und Deckflügel sind violett, blaugrün oder blau gesäumt. Die Hinterecken des Halsschilds sind deutlich hinter die Halsschildbasis verlängert. Ernährt sich wie seine Verwandten eindeutig räuberisch.
Bisheriger Fundort:
Schiffenberg, Gießen (Hessen)
Familie: Echte Schwimmkäfer (Dytiscidae)
Gemeiner Gelbrandkäfer (Dytiscus marginalis)

Auffälliger, großer Käfer in stehenden Gewässern, dessen Halsschild und Flügeldecken namensgebend gelb gerandet sind. Die Tiere sind gute Schwimmer, das hintere Beinpaar ist ruderatig abgeplattet, und ebensogute Flieger. Männchen mit glatten Elytren und verdicktem ersten Beinpaar (oben), Weibchen mit gekielten Elytren (unten).
Adulte Käfer und Larven sind Räuber. Die großen Larven lassen sich anhand der kräftigen Oberkiefer einfach von Libellenlarven unterscheiden, die eine Fangmaske unter dem Kopf tragen.
Zum Atmen kommen die Käfer an die Wasseroberfläche und strecken den Hinterleib empor. Durch Anheben der Flügeldecken entsteht ein Spalt, durch den die Atemluft ausgetauscht wird (siehe die beiden unteren, leider nicht so guten Bilder).
Bisheriger Fundort z.B.:
Bergwerkswald, Gießen (Hessen)


Familie: Aaskäfer (Silphidae)
Schwarzhörniger Totengräber (Necrophorus vespilloides)
Typische orange-rot Färbung auf schwarzem grund der Totengräber. Bei dieser Art besteht die Färbung auf den Flügeldecken aus zwei Bändern, die z.T. (wie im Bild zu sehen) auf Flecken reduziert sein können.
Vor allem in Wäldern an Aas.
Bisheriger Fundort z.B.:
Schiffenberg, Gießen (Hessen)
Rothals-Aaskäfer (Oeceoptoma thoracica)
Abgeplattete, schwärzliche Käfer mit rostrotem, breiten Halsschild.
Vor allem in Wäldern an Aas oder auch Säugerkot.
Bisheriger Fundort z.B.:
Stadtwald Lampertheim (Hessen)
Familie: Schröter (Lucanidae)
Hirschkäfer (Lucanus cervus)
Unser größter europäischer Käfer, leider sehr selten geworden, da der Lebensraum oft verschwindet (Eichenwälder mit genügend, langliegendem Totholz).
Wurde inzwischen aus diesen Gründen zum "Insekt des Jahres 2012" gewählt (für mehr Information auf den Link klicken).
Bisheriger Fundort:
Stadtwald Lampertheim (Südhessen)
Familie: Mistkäfer (Geotrupidae)
Mistkäfer (Geotrupes stercorarius)
Verbreiteter Käfer in unseren Wäldern und durch seine Vorliebe für Aas und Kot oft auf Wegen anzutreffen. Fällt außerdem durch seine blauschwarze Färbung auf.
Larven ernähren sich in den vom Weibchen gegrabenen Gängen im Boden von dem eingebrachten Dung.
Bisherige eigene Fundorte z.B.:
Bergwerkswald Gießen (Hessen)
Stadtwald Lampertheim (Hessen)
Familie: Rosen- und Maikäfer (Scarabaeidae)
(Feld)Maikäfer (Melolontha melolontha)
Bekannter Fraßschädling, der alle vier Jahre in besonderer Häufigkeit auftritt ("Maikäferjahr").
Mehr unter Exkursion Stadtwald
Bisheriger Fundort:
Stadtwald Lampertheim (Südhessen)
Gemeiner Rosenkäfer (Cetonia aurata)
Metallisch-grün glänzende Art mit einem Muster an weißlichen Flecken und Linien auf den Flügeldecken. Käfer fressen an dieversen Blüten, u.a. von Rosen und Doldenblütlern, die Larven entwickeln sich in morschem Holz.
Übrigens Insekt des Jahres 2000
Bisherige eigene Fundorte z.B.:
Kloster Arnsburg (Hessen)
Stolperkäfer (Valgus hemipterus)
Die schwarz/schwarz-braunen Käfer sind an warmen Standorten auf Blüten zu finden. Die Larven entwickeln sich in absterbenden Holz von Laubbäumen.
Bisherige eigene Fundorte z.B.:
Schiffenberg, Gießen (Hessen)
Familie: Marienkäfer (Coccinellidae)
Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata)
Jeweils 3 Flecken auf den Flügeldecken und ein Fleck hinter dem Halsschild ergeben die sieben Punkte.
Mehr unter Insekt des Jahres 2006
Bisherige eigene Fundorte z.B.:
Schiffenberg, Gießen (Hessen)
u.v.m.
Zweipunkt (Adalia bipunctata)
Der Name gibt eigentlich das Aussehen vor: Jeweils ein Fleck auf einer Flügeldecke. Es gibt allerdings 2 Varianten: Schwarze Grundfarbe mit roten Flecken und rote Grundfarbe mit schwarzen Flecken.
Sowohl Käfer als auch deren Larven sind aktive Blattlausfresser.
Bisherige eigene Fundorte z.B.:
Schiffenberg, Gießen (Hessen)
u.v.m.
Familie: Bockkäfer (Cerambycidae)
Gefleckter Schmalbock (Strangalia maculata)
Schlanke Käfer mit hellen Flügeldecken und schwarzen Flecken. Häufiger Bockkäfer, der zumeist auf Lichtungen an Waldrändern auf Blüten zu finden ist. Die Larven entwickeln sich in morschem Holz.
Bisherige eigene Fundorte z.B.:
Kloster Arnsburg, Lich (Hessen)
Familie: Weichkäfer (Cantharidae)
Rotgelber Weichkäfer (Rhagonycha fulva)
Im Sommer häufige, wenn nicht sogar die häufigste Käferart auf Blüten der Doldenblütler. Schlanke Käfer mit roter Färbung und Flügeldecken mit geschwärzten Enden.
Bisherige eigene Fundorte z.B.:
NSG Biedensand (Südhessen)
Schiffenberg Gießen (Hessen)
Familie: Kurzflügelkäfer (Staphylinidae)
Sehr variable Familie von winzigkleinen Arten bis zu großen, wie der abgebildeten. Bei dieser Familie namengebend sind die Verkürzten Elytren (Flügeldecken), die von oben betrachtet den Hinterleib erkennen lassen die Flügel sind normalerweise darunter zusammen gefaltet (Bei diesem gerade gelandeten Exemplar gerade noch zu sehen).
Viele Arten im Waldboden oder Totholz zu finden, andere auf Blüten.
Bisherige eigene Fundorte z.B.:
NSG Biedensand (Südhessen)
Familie: Taumelkäfer (Gyrinidae)
Die Angehörigen dieser Familie leben auf der Wasseroberfläche, meistens gesellig zusammen.
Die ovalen, maximal ca. 8 mm großen Käfer ziehen hier ihre unsteten Bahnen. Bemerkenswert: Die Komplexaugen sind der Lebensweise angepasst und können Luft- und Wasserraum überblicken.
Bisheriger eigener Fundort:
Naturschutzgebiet "Blumberger Fischteiche" (Brandenburg)













