Exkursionen - Naturschutzgebiet Lampertheimer Altrhein/ Biedensand
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Über den Biedensand führt ein Rundweg. Über eine kleine Holzbrücke gelangt man ferner in den Bereich der Bonnaue und kann dort bis zum Rhein laufen.
Den Startpunkt bildet der Parkplatz an der Brücke über den Altrheinarm. Von hier kann man außerdem die beiden folgenden Abschnitte auf dem entlangführenden Hochwasserdamm entlang teilweise ablaufen (oder mit dem Fahrrad abfahren). Rechter Hand gibt es entlang des Altrheinarmes auf Stadtseite zahlreiche Liegeplätze für Boote, hier trainieren der Kanuclub und der Wassersportverein Lampertheim.
Linker Hand liegt das so genannte Heegwasser, auf dem kein Wassersport stattfindet. Entsprechend findet man hier zahlreiche Wasservögel.
Hierzu gehören auch alljährlich regelmäßig Haubentaucher, die hier brüten. Sie finden hier ein nicht nur ruhiges, sondern auch fischreiches Gewässer vor.

Nach Überquerung der Brücke beginnt zunächst ein asphaltierter (Haupt)Weg, der geradeaus bis zum Kleeblatt führt (dazu weiter unten mehr).
Von ihm führen aber auch rechts und links Abzweige weg. Der Spaziergang führt mich zunächst linker Hand zu einer Wiesenfläche. Von diesem Weg zweigte früher ein Weg direkt durch die Waldfläche hindurch ab, der leider inzwischen gesperrt ist - aus Naturschutzgedanken einerseits, aber auch vor allem aufgrund der alten Bäume und Gefahr vor herabstürzenden Ästen.
Der gut besonnte Weg bietet hier Gelegenheit einen hübschen Falter zu beobachten, den Kleinen Schillerfalter (Apatura ilia). Dieser kommt bei uns besonders in lichten Auwäldern vor. Seine Raupen lebt an Zitterpappeln und die erwachsenen Falter sieht man oft auf den Wegen sitzen, wo sie Feuchtigkeit aufnehmen.
Die Wiesenfläche, die man danach erreicht, wird gelegentlich gemäht und ein Pfad führt am Waldrand an ihr entlang. Hier erhält man schon einen ersten Ausblick auf die weitläufigen Schilfbestände. Der Rand ist mit zahlreichen Brennnesseln und Disteln gesäumt, so dass man hier zahlreiche Insekten beobachten kann, z.B. das hier gezeigte Kleine Granatauge (Erythromma viridulum).
Nach einem kurzen Stück biegt der Weg nach rechts in den Waldbereich ab und führt zu einer Streuobstwiese (nach links wäre der gesperrte Weg durch alte Rosskastanienbäume weitergegangen). Man hat hier nun die Wahl durch die Streuobstwiese zu gehen zu einem Aussichtsturm am Schilfgürtel oder den Weg weiter, der zurück zum Hauptweg führt.
Da der Hauptweg den Blick auf die inneren Flächen des Naturschutzgebietes (Felder und Grünflächen) freigibt, habe ich diese Variante gewählt (eventuell zeigen sich hier Greifvögel). Hier geht man durch einen Bereich der Hartholzaue, dominiert von Eschen, Buchen, Rosskastanien und (Stiel)Eichen.

Auf dem Hauptweg angelangt kann man nach rechts zurück Richtung Startpunkt und Hochwasserdamm blicken. Nach links abbiegend gelangt man an das so genannte "Kleeblatt", ein kleines Häuschen mit einer betonierten Wasserstelle in Form eines Kleeblattes. Hier hat man (nicht zuletzt aufgrund der Winterfütterung hier) gute Chancen auf einige Singvögel (vor allem Kleiber und Buchfinken) und Eichhörnchen.
Bevor man dem Hauptweg weiter folgt, lohnt sich eventuell ein Abstecher zum nahegelegenen Aussichtsturm (linker Hand des Kleeblatts in den Wald hinein, das ist der Turm, den man auch beim Durchqueren der Streuobstwiese erreicht). Hier hat man einen weiten Blick über den Schilfgürtel und hört zahlreiche Vögel.


Dem Hauptweg wieder weiter folgend kommt nach einiger Zeit links die Böschung hinab eine kleine Holzbrücke (Soldatenbrücke oder Jägerbrücke genannt) zum Vorschein, die über das Altwasser zur Bonnaue führt. Auf diesem Grünland stehen noch zahlreiche Kopfweiden, eine besondere Nutzungsform dieser Bäume, bei der durch Rückschnitt immer wieder Zweige gewonnen werden konnten (für Weidenkörbe oder als Feuerholz). Von der Brücke selbst kann man schon einen ersten Blick Richtung "Welsches Loch" erhaschen.


Zum "Welsche Loch" gelangt man weiter dem Hauptweg folgend (inzwischen eher ein kleiner Pfad auf einem kleinen Deich). Je nach Wasserstand, sieht man von der Aussichtsplattform hier einen mehr oder weniger großen See. An diesem wird übrigens eine Problematik des Naturschutzes deutlich: Wo legt man den Schwerpunkt? Durch die Sedimentfracht des (Alt)Rheins verlandet der See zunehmend. Hier wird bereits seit Jahren diskutiert, ob nun der See ausgebaggert werden sollte oder nicht. Ich bin gespannt, wie es ausgeht :-)
Hier in der Nähe, gut vom Turm zusehen, hat sich in toten Bäumen eine kleine Kolonie Kormorane niedergelassen.

Von hier kann man entweder den Weg weitergehen oder mehr oder weniger parallel dazu der Fortsetzung des hauptweges über einen flachen Deich netlang der Wiesen und Felder folgen. Da auf den Grünflächen gerade Heu gemacht wurde, habe ich mich für letztere Variante entschieden: Eine Gruppe von Weißstörchen machte sich dies für die erleichterte Nahrungssuche zu Nutze.
Den Rest des Weges bevor man auf den Hauptweg zurück gelangt hat man noch die Wahl, dem geschotterten Weg zu folgen oder nach links in den Wald abzubiegen - beide Wege führen auf den asphaltierten Hauptweg zurück.

Am Schluß noch ein kleiner Abstecher zum Heegwasser. Neben zahlreichen Wasservögeln (hauptsächlich Gänsen), sieht man hier z.B. regelmäßig Haubentaucher. Am Gewässerrand tummeln sich Teichfrösche und diverse Libellenarten, z.B. Großer Blaupfeil und Kleines Granatauge. Ein besonderes Highlight war bisher eine kleine Ringelnatter (Natrix natrix), sehr schön an den beiden halbmondförmigen Flecken am Hinterkopf erkennbar.
Winterfütterung auf dem Biedensand
Im Naturschutzgebiet verbleiben auch im Winter viele der Vogelarten. Es gibt daher immer ein paar Stellen, an denen Futter angeboten wird - gute Gelegenheit um einige Arten hier zu beobachten.
Im Winter stellen sich viele die Frage, ob und in welcher Form sie "Ihre" gefiederten Freunde draußen im Garten unterstützen können. Selbst unter Fachleuten wird alle Jahre wieder das Thema "Winterfütterung" kontrovers diskutiert. Nichtsdestotrotz stellt die Winterfütterung für viele Vogelfreunde eine Freude dar und bietet ein Naturerlebnis, das es ermöglicht, die kleinen Piepmätze aus nächster Nähe zu beobachten.
Hier einige nützliche Tipps, damit die Winterfütterung für Sie und ihre gefiederten Freunde Spaß und Nutzen bringt.
Wann?
Eine ständige Fütterung ist nicht notwendig! Regelmäßig gefüttert werden sollte nur bei anhaltendem Frost und einer geschlossenen Schneedecke, wenn die Tiere kein Futter mehr finden können. Dann ermöglicht die Zufütterung es den Tieren nämlich, ihren Stoffwechsel aufrecht zu halten.
Wie?
Freihängende Futterstellen bieten die Vorteile, dass weder Katzen herankommen noch dass die Tiere durch das Futter laufen und es (z.B. durch Kot) verschmutzen. Verteilen Sie die Futterstellen. Mehrere kleine Stellen bieten gerade vorsichtigeren/ ängstlichen Arten die Chance, etwas Futter abzubekommen. Meistens meiden nämliche diese Arten größere Stellen mit "viel Betrieb" (zumeist nur mit Meisen und Amseln als Gäste).
Nicht so ... |
sondern so ... |
oder so. |
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Die Anforderungen an Futterhäuschen sind hoch:
- Ausreichender Wind- und Regenschutz für das Futter
- Sichere Bauform gegen Räuber (Katzen, Marder etc.)
- Notwendigkeit einer regelmäßige Reinigung
- Tipp: Wenig Futter anbieten, lieber öfter nachlegen!
Was?
Die herkömmlichen Futtermischungen & Futterknödel decken den Bedarf der meisten Körner- und Weichfutterfresser und sind gut geeignet. Abstand sollte man unbedingt von Speiseresten aus der eigenen Küche nehmen (Brot, Kuchen, Wurst etc.), dieses Futter schadet den Tieren mehr als das es hilft!
Und nun viel Spaß bei der Fütterung und dem Beobachten Ihrer Schützlinge!















